Ebenen mixen für Animationen

bingo
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Ebenen mixen für Animationen

Beitragvon bingo » Di 6. Mär 2018, 17:17

Kaum wieder zurück und Zeit fürs Gimpen, schon habe ich eine Frage.

Ziel und Ausgangssituation: ein Strichmännchen möchte gern fliegen und dabei beide Arme als rechten bzw. linken Flügel mit etwa 20 Flügelschlägen einsetzen. Ich habe für die linke Seite daher mit CFU-Helferlein eine erste xcf mit 21 Ebenen für die Aufwärtsbewegung hergestellt, dann auf dieser Basis eine entsprechende zweite xcf für die Abwärtsbewegung (mit Ebene/Stapel/Reihenfolge der Ebenen umkehren) und anschließend beide Dateien zusammengeführt – das ergibt eine xcf mit 42 Ebenen (siehe Bild). Das gleiche habe ich noch einmal für den rechten Flügel gemacht. Jede Seite für sich betrachtet zeigt einen ordentlichen Flügelschlag, aber zusammen?
#
Frage: Bliebe ich bei meiner bisherigen Simpel- und Fleißmethode, würde ich die beiden xcf mit 42 Ebenen zu einer xcf mit 84 Ebenen zusammenführen. In dieser müßte ich 42-mal jeweils 2 Ebenen mit gleicher Flügelstellung zu einer Ebene vereinen – das wäre erstens sehr mühsam und zweitens fehleranfällig, obwohl die Reihenfolge in beiden Ebenengruppen natürlich identisch ist und die Ebenentexte wegen der automatischen Nummerierung durch Gimp eine klare Zuordnung bei einer manuellen Bearbeitung ermöglichen würden. Aber oh Graus …

Gibt es also eine Gimp-Funktion, die dieses Mixen automatisch durchführt? Oder gäbe es andere Lösungsansätze (außer selber fliegen)?

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eibauoma
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Re: Ebenen mixen für Animationen

Beitragvon eibauoma » Mi 7. Mär 2018, 09:10

Hallo bingo,
leider weiß ich für diese Puzzle-Beschäftigung auch keine zeitsparende Lösung. ClaraFall hat sich schon lange nicht mehr hier aufgehalten, denn in diesem Fall wäre sicher ein Script günstig.
Möglicherweise könntest Du ja für die Gegenseite eine horizontale Spiegelung verwenden? Dann könnten diese Schritte über Script gesteuert werden:
Zuerst Leinwandbreite bei geöffnenter Klammer verdoppeln(200%), keinen Versatz einstellen und dabei alle Ebenen auf Bildgröße anwählen.
Danach müssten alle Ebenen dupliziert, Duplikat gespiegelt und paarweise nach unten vereint werden.
Den guten Vorsatz, mich mit Scripten zu befassen, habe ich ad acta gelegt, Da müssen Jüngere ran. Gibt es denn in unserem Forum keinen, der sich damit mal befassen möchte?

Lieber bingo,
wie ich Dich kenne, schaffst Du das auch wieder ohne Script, Ich bewundere Deine Ausdauer :clap: , ganz abgesehen von den tollen Ideen bei der Gestaltung.

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Re: Ebenen mixen für Animationen

Beitragvon ence » Mi 7. Mär 2018, 11:32

Hallo Bingo,
Klar ein Script, welches bestimmte Ebenen an bestimmte Positionen im Ebenendialog anordnet (also bspw. die erste zu verteilende Ebene an Position 2 in Ebenenstapel und die zweite zu verteilende Ebene an Position 4 im Stapel usw.) wäre schön. Wenn das Script nun noch die eben verteilten Ebenen mit der jeweils darunterliegenden Ebene vereinen würde, wäre es fast schon perfekt.
Leider gibt es so ein Script (meines Wissens) nicht.

Man kann aber die von eibauoma beschriebene Prozedur mit dem Duplizieren, horizontal spiegeln usw. sich etwas erleichtern.
Nach dem Erstellen der Ebenen für die Aufwärtsbewegung würde ich diese Ebenen in irgendeinen Ordner mittels Script (Export Layers) exportieren.
Die Ebenen dort mit der Batch-Stapelverarbeitung von IrfanView umbenennen (wegen der besseren Übersicht) und horizontal spiegeln. (das funktioniert tadellos)
Die Ebenen danach wieder in Gimp importieren (einfach per Drag & Drop hineinziehen, vorher aber im Ebenendialog die oberste Ebene als aktiv setzen, sonst werden die Ebenen ggf. irgendwo im Stapel eingefügt).
Nun folgt jedoch wieder Handarbeit und man muss die gespiegelten Ebenen jeweils zu der dazugehörigen ursprünglichen Ebene anordnen. Dazu sollte man am besten die Vorschaubilder im Ebenendialog auf "klein" oder "sehr klein" einstellen (oben auf das kleine Dreieck klicken > Vorschaugröße).

Das Ganze funktioniert natürlich besonders gut und streßfrei, wenn man diese Vorgehensweise von vornherein in seine Planung mit einbezogen hat. Heißt man das Format und die Anordnung des zu animierenden Objekts zunächst so gewählt hat, dass man die Ebenen problemlos spiegeln kann und sich dann nach dem Vereinen der zusammengehörigen Ebenen eine symmetrische Figur ergibt. Ohne dass man noch ewig Ebenen verschieben oder sonst wie anordnen muss. Bedeutet, das Objekt sollte genau bis zur vertikalen bzw. horizontalen Mitte des Bildes/Ebene reichen.
Die endgültige Größe und das Format der Animation kann man ja auch danach noch durch ändern der Leinwandgröße festlegen.

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Re: Ebenen mixen für Animationen

Beitragvon bingo » Mi 7. Mär 2018, 12:18

@eibauoma und @ence :spitze:

Ich habe das vorgenannte Problem auf die erwähnte primitive Art gelöst, weil ich so schnell keine Antwort erwartet hätte, obwohl ich eigentlich wissen müsste, daß der Hilfe-Express der Gimp-Werkstatt sehr schnell anrollt. So auch jetzt, vielen Dank dafür, eibauoma und ence. Zukünftig weiß ich, wie ich mir die Fließbandarbeit erleichtern kann, indem ich hier nachschlage.

Mein Primitiv-Ergebnis sieht zunächst so aus:

#

wobei mein Kollege sofort etwas wie „lame duck“ vor sich hin murmelte. Na ja, ihr kennt ja meinen Kollegen. ;) Aber irgendwie hat er Recht. Denn eigentlich sollten die Flügelbewegungen sehr schnell, aber mit sanften Übergängen sein. Für „sanft“ stehen die vielen Ebenen, doch wo bleibt die erwartete Schnelligkeit? Da bin ich nun auf folgendes Phänomen gestoßen: wenn ich die Pausenzeit unter eine bestimmte Grenze setze (wo diese Grenze genau liegt, habe ich nicht weiter ausprobiert, ich meine aber, bei ca. 100ms), stelle ich fest, daß es nicht mehr schneller wird, d.h. ob 100, 50, 20 oder 5ms: das Tempo steigert sich nicht mehr und bleibt gleich. Setze ich die Pausenzeit auf 1ms, dann bekomme ich sogar eine Gimp-Meldung, Wortlaut ungefähr: „Pausenzeit eingefügt, um unnötige Prozessorbelastung zu vermeiden“. Für diese Tempodrosselung werden die genialen Gimp-Erfinder sicher gute Gründe haben (und darüber, daß mein Rechner nicht in Flammen aufgehen kann wie diese bekannten Handys, bin ich natürlich froh). Aber meine händische Mixerei scheint vergeblich (und umsonst sowieso). :mrgreen:

Doch zu Ende gedacht, komme ich zu dem Schluß, daß weniger wohl mehr ist. Ich habe es also mit 8 statt 42 Ebenen und Pausenzeit 60ms versucht und siehe da

#

Mein Kollege meint „Wenn das Männchen schwerer wäre, könnte es glatt wegfliegen“. Na ja, ihr kennt ja meinen Kollegen! ;)

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Re: Ebenen mixen für Animationen

Beitragvon ence » Mi 7. Mär 2018, 13:29

Naja, weniger als 10 ms solltest du nicht einstellen, schon weil die meisten Browser diesen Wert nicht mögen und in andere Werte uminterpretieren oder ganz versagen. Firefox macht bspw. aus 10 oder weniger ms dann 100 ms.
Ungerade Werte werden sowieso auf glatte Zehner auf- oder abgerundet.

Andere Werte, also 20, 30, 50 ms oder so werden aber durchaus richtig interpretiert und zeigen auch entsprechende Wirkung.
Siehe:
Original 100 ms, 50 ms, 20 ms
## #

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Re: Ebenen mixen für Animationen

Beitragvon eibauoma » Mi 7. Mär 2018, 18:35

Hallo zusammen,
zum passgenauen Spiegeln bringt Gimp alles mit, was wir brauchen, auch die Ebenenbezeichnungen sind eindeutig, so dass ich gar nicht zwischen mehreren Dateien oder gar Programmen wechseln muss.
Ich habs ausprobiert und gleich eine Ani für den Wettbewerb produziert. hier
Für die Drehungen an unterschiedlichen Koordinaten haben wir ClaraFalls "CFU Bewegung" .
Fürs Spiegeln hatte ich die wenigen erforderlichen Einstellungen beim "Leinwand an Ebenen anpassen" weiter oben bereits genannt.
Nur die Bein- und Armbewegungen u.a. wegen unterschiedlicher Winkelgröße mussten im Ebenenstapel passend zusammengefügt werden.
Das Spiegeln ist deshalb nicht mit Zurechtschieben verbunden, weil jede Ebene (mit exakt der halben Figur) vorher auf 200 Prozent der Breite gebracht wurde, das erfolgt für alle Ebenen gleichzeitig in einem Schritt.
Danach ist das Duplizieren - Spiegeln und nach unten Vereinen für jede Ebene problemlos.
Dank der Nummerierung durch Gimp bei nur 14 Ausgangsebenen ist das nicht besonders aufwändig.

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Re: Ebenen mixen für Animationen

Beitragvon ence » Mi 7. Mär 2018, 20:39

Hallo eibauoma,
Klar kann man Ebenen auch gut mit Bordmitteln spiegeln oder per Hand oder auch mit einem entsprechenden Script (Edit Attributes of Layers z.B.) umbenennen.
Ich hatte die Sache mit dem Export nur für den Fall empfohlen, wenn man viele Ebenen so zu bearbeiten hat. Denn 40, 50 oder auch noch deutlich mehr Ebenen per Hand zu spiegeln und ggf. umzubenennen ist schon sehr nervig.
Da geht der Export, das gleichzeitige Umbenennen und Spiegeln aller Ebenen auf einen Rutsch und der anschließende Reimport der geänderten Ebenen doch erheblich schneller und ist zudem auch deutlich weniger fehleranfällig.
Und es erspart jede Menge extrem stupide Klickerei.

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Re: Ebenen mixen für Animationen

Beitragvon cheeky-devil » Do 8. Mär 2018, 14:59

Hi zusammen,

darf ich hier mal eine Frage einwerfen?

Wieso geht man nicht hin und gruppiert die Ebenen für die eine Seite, kopiert diese wieder in eine Gruppe und spiegelt diese auf einen Rutsch mit der Klammer? Ich habe es nicht ausprobiert, aber ginge das überhaupt?

Viele liebe Grüße
vom cheeky-devil
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Re: Ebenen mixen für Animationen

Beitragvon ence » Do 8. Mär 2018, 20:28

Hallo cheeky-devil,
Generell funktioniert das schon. Man kann Ebenengruppen duplizieren und auch direkt über "Ebenen" > "Transformationen" horizontal oder vertikal spiegeln.
Besonders viel gewonnen hat man aber damit meiner Ansicht nach nicht.

Denn zunächst muss man die Ebenen in die Ebenengruppe verfrachten, dann kann man sie problemlos duplizieren und spiegeln.
So weit so gut. Nur muss man nun die Ebenen von zwei Ebenengruppen wieder auspacken und sie entsprechend anordnen. Was 'ne Menge Handarbeit ist.
Hinzu kommt noch, dass durch das Duplizieren die Benennung einfach nur fortgeführt wurde, d.h. die Ebenen heißen bis auf die Nummer am Ende alle gleich.
Man müsste die gespiegelten Ebenen per Hand oder Script umbenennen, sonst blickt man selbst schon bei nur wenigen Ebenen nicht mehr durch. Bei vielen Ebenen ist absolutes Chaos vorprogrammiert.
Also eine nennenswerte Zeit- oder Arbeitsersparnis seh ich da jetzt nicht.


Wenn man eine sooo große Abneigung gegen IrfanView hat und lieber direkt aus Gimp heraus eine Stapelverarbeitung starten möchte, kann sich ja mal BIMP ansehen.
http://registry.gimp.org/node/26259
https://alessandrofrancesconi.it/projects/bimp/
Es funktioniert wohl, aber soweit ich das überblicken kann, arbeitet es ebenfalls nur extern.
D.h. entweder verarbeitet man irgendwo abgespeicherte Bilder oder das/die in Gimp geöffneten Bilder. Aber wohlgemerkt nur das Bild als solches, nicht alle beinhalteten einzelnen Ebenen.
Die müsste man zuvor exportieren und irgendwo abspeichern.
Es ist also defacto nicht anders als bei IrfanView.


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